Chance auf Abitur vertan
Blick auf die Haupt- und Realschule richten
Wieder eine Chance vertan, ein gymnasiales Angebot bis zum Abitur nach Dinklage zu holen. Im Jahre 2003 war es die Kreis-CDU, jetzt ist es die Landes-CDU einschließlich des Abgeordneten Stephan Siemer aus Vechta (!), die ein wohnartnahes breites Schulangebot in Dinklage verhindern. Die Dinklager CDU hat wenig bzw. keinen Einfluss auf höheren Ebenen, wenn es um zentrale Entscheidungen für unsere Stadt geht.
Die Aussage der CDU-Landtagsfraktion „nirgendwo im Land wäre derzeit eine Oberschule mit Oberstufe denkbar“ ist nicht nur falsch, sondern zeigt auch die wahre Absicht der Entscheidung, kein weiteres Schulangebot neben den bestehenden Gymnasien zuzulassen.
Da die Oberstufe mit Klasse 5 beginnt, kann man für Klasse 10 heute nur Prognosen abgeben. Grundsätzlich hat Dinklage über 60 Gymnasialschüler pro Jahrgang. Ab Klasse 10 gibt es auch keine Schuleinzugsgrenzen mehr, so dass Schüler und Eltern die Schule nach eigenen Kriterien frei wählen können. So sehen viele Eltern die Größe und Struktur der jetzigen Gymnasien sehr kritisch.
Die Gymnasialvertreter im Philologenverband haben bei der CDU-Fraktion ganze Arbeit geleistet und die Oberschule als alternatives und gleichwertiges Gymnasialangebot kalt gestellt. Enttäuschend ist auch die Rolle des hiesigen Landtagsabgeordneten Stephan Siemer. Vor Ort mit großen Sprüchen in Erscheinung getreten, muss man feststellen, dass er als Hinterbänkler in Sachen Schulpolitik nicht viel Einfluss hat. So hat er dem Schulgesetz sogar zugestimmt.
Der gymnasiale Zweig an der Oberschule hat sich durch den nicht nachvollziehbaren Zickzackkurs der Landesregierung erstmals erübrigt. Ohne Oberstufe ist die ganze Sache nur halber Kram und keine akzeptable Alternative für ein gleichwertiges gymnasiales Angebot. Aufgrund des fehlenden Vertrauens in die Verlässlichkeit der Schulpolitik der jetzigen Landesregierung werden die Eltern ihre Kinder nicht am gymnasialen Zweig nur bis Klasse 10 anmelden. Die Verantwortung für das Scheitern will die CDU den Eltern in die Schuhe schieben. Der Landeselternrat zeigt sich im gleichen Maße wie die Opposition enttäuscht von der Schulreform » (siehe Stellungnahme LER) [24 KB]
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Trotz der vertanen Chance auf ein gymnasiales Angebot bis zum Abitur müssen Eltern und Politiker bei der Diskussion um die Oberschule den Blick auf die Haupt- und Realschule richten. Für die SPD Dinklage ist es wichtig, sich schon jetzt mit der Thematik zu beschäftigen und nicht erst dann, wenn die Hauptschule in ihrer Existenz bedroht ist. Die meisten Kommunen im Landkreis sind bereits den Weg der Zusammenführung gegangen. Bakum, Holdorf und Neuenkirchen-Vörden wandeln in eine Oberschule um. In Dinklage wäre es jetzt der Zusammenschluss zweier gleichberechtigter Partner. In diesem System können beide Schulen ihre Stärken samt Schulleitung einbringen. Im Weiteren wird die Landesregierung ihre neue Schulform durch finanzielle und personelle Anreize z.B. in den Bereichen Ganztagsbetreuung oder sozialpädagogische Begleitung besonders unterstützen. Diese Besserstellung von Oberschulen müssen aber andere Schulformen mit geringerer Ganztagsausstattung bezahlen.
Da die Veranstaltung in Dinklage Anfang März in diesem Bereich leider nur wenige Informationen geliefert hat, regt die SPD-Dinklage eine Veranstaltung mit Vertretern der Schulen aus den Nachbarkommunen an, die schon ein Schritt weiter sind und die Oberschule zum nächsten Schuljahr einrichten. So könnten Fachleute aus der Praxis berichten und die Eltern informieren.
Durch Änderung des Niedersächsischen Schulgesetzes zum 01.08.2011 ist die Oberschule als neue Schulform eingeführt, die anstelle der Haupt- und Realschulen in den Jahrgängen 5 bis 10 geführt werden kann. In der Oberschule können die Schülerinnen und Schüler schulzweigbezogen (Haupt- oder Realschüler), kursdifferenziert oder jahrgangsbezogen unterrichtet werden. Es kann der Hauptschul- oder Realschulabschluss erworben werden. Jede Oberschule hat dazu ein Schulkonzept zu erstellen. Die Oberschulen im Landkreis Vechta wollen nach dem Modell der Kursdifferenzierung arbeiten. In den Fächern Deutsch, Mathe, Englisch und ggfs. in den Naturwissenschaften erfolgt die Einteilung in Leistungskursen I (Hautschulniveau) und II (Realschulniveau). Ein ständiger Wechsel ist möglich.
Durch die Oberschule soll den Schülerinnen und Schülern eine Option auf einen höchstmöglichen Bildungsabschluss angeboten werden, außerdem beinhaltet die Oberschule eine verbesserte Lehrerversorgung. Das Konzept für die Oberschule sieht eine verpflichtende Ganztagsschule an zwei Wochentagen vor. Der Kreiselternrat und der Kreisschülerrat sind an dem Verfahren zu beteiligen. Diese haben der Errichtung der Oberschule zugestimmt. Der Landkreis Vechta übernimmt die laufenden Schulsachkosten in Höhe von 60 % und die Schülerbeförderungskosten für die verpflichtenden Ganztagsangebote der Oberschule.
Das jahrgangsbezogene Modell entspricht in etwa dem einer kooperativen Gesamtschule, das schulzweigbezogene Modell in etwa der organisatorisch zusammengeführten Haupt- und Realschule, welches die CDU-Dinklage aus unerklärlichen Gründen vor zwei Jahren abgelehnt hat.
Die SPD-Landtagsfraktion hat Vorschläge gemacht, um das gegeneinander Ausspielen der Schulformen seitens der CDU zu beenden. In einem umfassenden » Änderungsantrag (Drs. 16/3447) [41 KB]
wurde gefordert, dass - wenn eine Oberschule eingeführt werden soll – sie wie eine Art kooperativer Gesamtschule arbeiten soll, aber nach Schuljahrgängen gegliedert sein kann.
Diese Änderung beinhaltet stets alle Schulformen als aufeinander bezogene Schulformen. Das wäre ein möglicher Weg, wie die Oberschule auch die Akzeptanz der Eltern finden könnte. Viele Eltern wünschen sich ein längeres gemeinsames Lernen mit einem gymnasialen Schulangebot und mit der Abituroption. An dieser Oberschule könnte eine Oberstufe geführt werden. Für Dinklage eine wichtige Option (!). Weitere Aspekte des SPD-Änderungsantrages umfassen das Abitur nach 13 Jahren, die Schulsozialarbeit, die Ganztagsschule und die Möglichkeit, dass Integrierte Gesamtschulen (IGS) vierzügig, in Ausnahmefällen auch dreizügig, sein dürfen.
Eine Gegenüberstellung der Modelle finden Sie unter » „Gute Schule – Vorschläge der SPD“ [2.147 KB]
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Mit der CDU wird es kein gymnasiales Angebot bis Klasse 12/13 in Dinklage geben. Mit Übernahme der Regierungsverantwortung durch die SPD steht dem Abitur in Dinklage aber nichts mehr entgegen. Warten wir ab.